12 zeitlose Strategien für erfolgreiche Wanderprojekte


In diesem Artikel erfährst du, wie du ein Wanderprojekt wie den Jura-Höhenweg planst und erfolgreich umsetzen kannst. Und wie du trotz der unendlich vielen Wanderkriterien und Bewertungen in den Weiten des Internets deine eigene konkrete Strategie findest…

Viele verschiedene Autoren geben auf vielen Websites im grossen world-wide-web viele Wanderkriterien und Routenbewertungen ab. Das verwirrt dich und das kann ich sehr gut verstehen.

Dein Projekt kommt nicht voran?

Als erfahrene Wanderin möchte ich dich warnen: Verlasse dich nicht auf Bewertungen und Kriterien von anderen Websites!

Warum? Weil Wanderkriterien und Bewertungen immer persönlich sind.

Was du aber brauchst, sind Strategien. Konkrete Strategien und Prinzipien, die die Zeit überdauern und dir helfen, dein Wanderprojekt zu meistern.

Hier sind 12 Wanderstrategien für dich, die wirklich zeitlos und konkret sind…

Wenn du diese Strategien verstanden hast, dann wirst du deine Wanderprojekte erfolgreich und mit Freude durchführen können. Du weisst dann, wie zu Fuss gehen funktioniert – egal auf welcher Wanderung.

Starten wir:

1. Wanderstrategie: Gut geplant ist halb gewandert.

Alle Wanderungen auf dem Jura-Höhenweg haben mir gezeigt, wie wichtig eine gründliche konkrete Vorbereitung ist.

Du kannst dich dann voll und ganz auf die Wanderung, die Gegend und auf den Genuss konzentrieren. Kommst du in eine unsichere oder brenzlige Situation, weisst du, was du tun musst. Du musst dir keine Fragen mehr über das Wie, Wo, Wann, Wer stellen. Du hast dich vor dem Aufbruch bereits damit auseinander gesetzt.

Du setzt konkret um, was du vorher gedacht hast!

Das ist ein natürliches Energieprinzip, das du nicht ändern kannst. Du kannst es aber nutzen, indem du dich im Voraus auf deine Wanderung vorbereitest und dir klar machst, was du mit deinem Wanderprojekt willst.

Und seien wir ehrlich. Jeder, der sich auf eine längere Wanderung begibt, will sie geniessen, gesund und munter sowie unfallfrei nach Hause zurückkehren.

Verwechsle aber die Reihenfolge nicht: Erst planen, dann wandern!

Für wen eignet sich diese Strategie?

Für Menschen, die kein Problem damit haben, zu akzeptieren, dass die grosse Natur stets stärker ist und sie darin verschwindend kleine Wesen sind. Wenn du nur dich selbst siehst und das Gefühl hast, du kannst dich in den Bergen ausleben wie du gerade Lust hast, dann ist das nichts für dich. Wenn du allerdings der Natur, den Tieren und Pflanzen, den Bergen Wertschätzung und Anerkennung schenken und mit der Natur zusammenarbeiten kannst, dann ist diese Strategie für dich.

2. Wanderstragie: Raus. Aber richtig.

Wanderungen planenWenn du ein Wanderer wirst, dann bereite dich vor. Wenn deine Vorbereitungen gut sind, dann geschieht die Wanderung fast wie von selbst.

Aber nur fast.

Zuerst kommt die Planung.

Die Planung geschieht in verschiedenen Phasen:

Die langfristige Planung eines grösseren Wanderprojekts wie des Jura-Höhenweges geschieht während des Winters zu Hause mit der Agenda.

  • Wie viel Zeit willst du dafür aufwenden?
  • Wann willst du wandern?
  • Wie viele Etappen sind es?
  • Welche Wochenenden oder freien Tage kommen in Frage?
  • Setze dich mit der Region und Gegebenheiten, den Anforderungen auseinander.
  • Entscheide dich für ein- oder mehrtägige Etappen.
  • Entscheide dich, ob du alleine oder mit Jemandem zusammen gehst. Mit wem?
  • Wie finanzierst du das Projekt, Ausrüstung, Übernachtungen usw.
  • Wo willst du wie übernachten?
  • Was brauchst du, um gut wandern zu können?

Damit schaffst du dir den notwendigen Raum für das Projekt. Viele organisatorische Fragen stellen sich bereits jetzt und kannst du zu diesem Zeitpunkt notieren und grob beantworten.

Findest du hier heraus, dass du zum Beispiel die notwendige Ausrüstung nicht hast und dir nicht leisten kannst, dann kannst du ohne Probleme und leicht ein solches Projekt gleich wieder loslassen.

Entscheidest du dich, das Projekt durchzuziehen, hast du jetzt deine Grobplanung, welche dir die Detailplanung erleichtert.

Die detaillierte Planung der einzelnen Etappen geschieht immer noch zu Hause. Aber jetzt mit Karte, einem Wanderführer in Buchform sowie zum Beispiel der digitalen Wanderroutenplanung von Schweiz mobil.

Jetzt geht es los.

Die obengenannten organisatorischen Fragen werden grundsätzlich geklärt. Einige Zeit bis meistens ca. eine Woche vor dem Start bereitest du dich detailliert auf eine Etappe vor.

Warum ein Wanderführer in Buchform?

Der Vorteil ist, bei einem Buch oder offiziellen Führer hast du durchwegs einheitliche Routenkriterien und Bewertungen. Dazu kommen dann deine persönlichen Erfahrungswerte und Einschätzungen zum Miteinbeziehen.

Du musst aber wissen, auch ein Wanderführer ist nicht über alles erhaben. Fehlerhafte Angaben sind auch hier leider eine Tatsache.
Ein Beispiel vom Jura-Höhenweg zeigt dies auf: In Ste-Croix war die Wanderzeit nach Vallorbe mit 6 Stunden angegeben. Mein Buch-Führer schreibt von 6 Stunden 40 Minuten. Effektiv hatte ich 7 ½ Stunden, trotz meines zügigen Marsches. Und ich kürzte den Weg nach Ballaigues um ½ bis eine Stunde ab. Kommt dazu, ich habe mich nicht verlaufen.

Die effektiv marschierte Zeit kennst du also erst, wenn du am Ziel ankommst! Das ist die Regel. Mein Buch-Führer für den Jura-Höhenweg wurde übrigens von Wanderland Schweiz herausgegeben.

Weil du dies aber weisst, kannst du genug reine Wanderzeit sowie deine Pausen einplanen. Dazu kommen Übernachtungen, die zu buchen sind; Reisezeiten, Fahrpläne der öV und die Wettervorhersage. Die digitale Wanderroutenplanung von Schweiz mobil kann dich hier super unterstützen.

Einige Tage zuvor fängst du an, die Wettervorhersage für die Region zu verfolgen, in die du gehst inklusive das Bergwetter.

Die Tagesplanung fängt am Vortag an! Ein Tag vor der Wanderung gehst du die Route nochmals durch unter Berücksichtigung des aktuellen Wetterberichts. Entscheide dich jetzt definitiv, ob du die Wanderung durchführen oder sie verschieben willst.

Unterwegs planst du die Route weiter. Es gibt laufend Entscheidungen zu treffen: Faktoren sind Wetter, deine Kondition, Material und Unvorhergesehenes. Habe stets einen Plan B dabei, das heisst, eine Alternative oder eben, wo kannst du, wenn nötig, die Wanderung abbrechen. Eine Alternative zum Jura-Höhenweg beispielswese gibt es nicht.

Wander-, Bergwander- oder Alpinwanderwege stellen unterschiedliche Ansprüche an das eigene Können. Schenke bei der Planung nicht nur der Distanz, sondern auch dem Höhenprofil deiner Etappen viel Aufmerksamkeit. Gerade Höhenmeter sind der Knackpunkt jeder Wanderung und können schnell dazu führen, dass Strecken unterschätzt werden.

Der Jura-Höhenweg ist kein Pappenstiel, wie das in vielen Medien dargestellt wird. Viele unterschätzen die Bergwelt und überschätzen sich selber. Das Klima da oben kann kalt, windig und vor allem rauh sein! Es ist hilfreich zu wissen, dass auf dem Jura in der Höhe von 1600 Metern ein Bergklima wie auf 3500 Metern herrscht. Es ist besser, du bist auf diese Dinge vorbereitet.

Deine Sicherheit hat Vorrang. Deshalb bereite dich konventionell vor: die Unterkunft wird darüber informiert, wo du herkommst. Zuhause sind deine Routenplanung und die notwendigen Adressen deponiert. Eine kurze Nachricht bei Ankunft am Etappenziel beruhigt die Angehörigen. Verlasse dich nur auf das Konkrete!

Die 2. Wanderstrategie „Raus – Aber richtig“ passiert also in verschiedenen Phasen:

  1. Langfristige Planung
  2. Detailplanung
  3. Tagesplanung
3. Wanderstrategie: Gute Ausrüstung

WanderausrüstungSchuhe, Jacken, Hosen, Rucksack, etc.

Spare nicht bei der Ausrüstung. Es lohnt sich nicht! Auch oder gerade bei kleinem Budget ist es langfristig kostengünstiger, auf sehr gute Qualität zu achten.

Worauf achtest du bei der Kleidung und Ausrüstung? Wichtig ist, dass das Material atmungsaktiv ist, die Feuchtigkeit nach Aussen transportiert und schnell trocknet. Das gilt für Unterwäsche, Socken, T-Shirts, Jacken bis hin zum Rucksack. Passiert das nicht, führt es zu Unwohlsein: Blatern, Rötungen, Hitzestaus usw. sind die Folgen und können das Wanden verunmöglichen. Wenn du mehrere Schichten trägst, kannst du die Kleidung flexibel der Witterung und der Tageszeit anpassen.

Wer ein grösseres Wanderprojekt plant, wie zum Beispiel den Jura-Höhenweg und hoch hinaus will, braucht zwingend solide Bergschuhe mit fester Sohle. Turnschuhe, hochhakige Schuhe und Freizeitschuhe gehören auf die Strasse. Sie haben in den Bergen bzw. auf dem Jura-Höhenweg nichts zu suchen.

4. Wanderstrategie: Dein Rucksack

Dein Rucksackinhalt wird von der Etappenlänge oder Route bestimmt!

Zwingend ist, dass du stets genügend Wasser dabei hast. Auf dem Jura-Höhenweg ist Wasser unterwegs ein sehr seltenes Gut. Trinkwasser kannst du an Brunnen nachfüllen oder in Berghäusern. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ich bei Brunnen in Zivilisationsnähe das Wasser besser erst probiere, weil es garantiert verarbeitet wurde. Anders bei Brunnen unterwegs. Hier handelt es sich in der Regel um Quellwasser, das aus gesetzlichen Gründen als „Kein Trinkwasser“ markiert ist. Weidebrunnen lasse ich generell aus.

Als Proviant habe ich stets mit dabei: Trockenfrüchte mit Nüssen als Kraftnahrung für Körper und Geist. Äpfel als Durstlöscher, falls das Wasser ausgeht und zur Überbrückung bei Hunger. Damit mache ich sehr gute Erfahrungen und belaste ich mein Verdauungssystem nicht. Auch wenn du deine Pausen in einem Restaurant planst wie ich das tue, packe Proviant in den Rucksack. Das Restaurant könnte geschlossen haben oder z.B. im Nebel nicht auffindbar sein.

Was soll noch in deinen Rucksack?

In den Rucksack gehört immer warme Kleidung und Witterungsschutz (Regenjacke, Regenschutz), ein Sackmesser, das Notwendige für die Übernachtung sowie ein kleines Erste-Hilfe-Set. In mein Gepäck kommt auch mein Fotoapparat, Handy und die Wanderstöcke.

5. Wanderstrategie: Übernachtungen

Plane deine Übernachtungen im Voraus unter Berücksichtigung deiner Etappen. Ich selber berücksichtige Hotels und BnB’s auf der Strecke und die sind auf dem Jura-Höhenweg klar vorgegeben. Es gibt die, die es gibt, sonst nichts. Es gibt natürlich auch die Berghütten, die aber meinen Bedürfnissen nicht entsprechen. Diese Entscheidung triffst du bereits mit der 1. Wanderstrategie! Übernachtungen in Hotels erfordern eine gute Planung und Kommunikation, um unnötige Ausgaben zu vermeiden: Sie fordern in der Regel Stornierungsgebühren ein, wenn du nicht auftauchst oder kurzfristig absagst.

6. Wanderstrategie: Die Verpflegung

Regelmässige Rast und Verpflegung garantieren gute Ausdauer und Konzentration! Ich plane sie in Berghäusern und –restaurants. Das sind für mich gleichzeitig Bezugspunkte oder Teilziele, wenn ich alleine unterwegs bin. Weil ich aber da Überraschungen erleben kann – das Restaurant ist geschlossen oder ich finde es nicht – habe ich immer noch meinen Proviant aus dem Rucksack.

Erfolgt meine Verpflegung ganz aus dem Rucksack, sind mir wichtig:

  • Ich sorge für leicht verdauliche und gesunde Kost, um mein Verdauungssystem nicht zu belasten
  • Ich berücksichtige die unterwegs eingerichteten Raststellen
  • Ich nehme meinen Abfall wieder mit
  • Ich mache kein Feuer bei Trockenheit, auch nicht wenn ich alleine unterwegs bin
  • Ich schone Pflanzen und Wildtiere
7. Wanderstragie: Die Sicherheit

Sicherheit beim Wandern auf dem JurahöhenwegMeine Sicherheit hat oberste Priorität und viel mit der Ausrüstung zu tun – siehe meine 3. Wanderstrategie „Gute Ausrüstung“.

Wichtigster Sicherheitsfaktor sind deine Schuhe: trage der Tour entsprechende Wanderschuhe mit griffigen Sohlen, um deine Trittsicherheit nicht einzuschränken. Wanderstöcke helfen auszubalancieren. Sonnen- und Regenschutz sind im Rucksack dabei sowie warme Kleidung. Das Wetter kann im Gebirge generell, auch im Jura, schnell umschlagen.

In deinen Rucksack gehören auch ein kleines Erste-Hilfe-Set und eine Rettungsdecke. Pflaster haben mir bei Blatern schon das Fertigwandern ermöglicht…

Schätze deine Fähigkeiten realistisch ein und überfordere dich nicht. Es würde den Genuss deiner Wanderungen schmälern und das Unfallrisiko steigern. Plane entsprechend.

Trage farbige und auffällige Kleidung, die deine Sichtbarkeit erhöhen. So kannst du bei einem Notfall schneller gefunden werden.

Auch wenn du die Wanderungen sorgfältig geplant hast, gut ausgerüstet und bereits bestens unterwegs bist: Bleibe aufmerksam. Bist du müde, kann es die Trittsicherheit stark beeinträchtigen. Regelmässiges Trinken, essen und rasten helfen, leistungsfähig und konzentriert zu bleiben. Behalte deine Zeitplanung und die Wetterentwicklung im Auge. Bei Schlechtwettereinbruch kehre rechtzeitig um oder suche Schutz.

Hast du dich verstiegen oder verlaufen und du weisst nicht mehr weiter, kehre rechtzeitig zum letzten bekannten Punkt zurück und hole dir, wenn nötig und möglich Hilfe. Gehe kein Risiko ein und erzwinge nichts. Bringe dich nicht noch unnötig weiter in Gefahr.

Angehörigen und Übernachtungsorten teile das Ziel und die voraussichtliche Dauer deiner bevorstehenden Route mit. So kann im Notfall eine Suche zielgerichtet ausgelöst werden.

Prüfe regelmässig mit der Karte, wo du dich befindest. So bist du bei einer Alarmierung in der Lage, deinen ungefähren Standort anzugeben, Angaben von Weggabelungen, Alpbezeichnungen oder markante Geländeformen wie Seen, Gipfel etc. helfen dann stets.

Und DAS ist das Wichtigste: Dass du erfolgreich, das heisst, ohne Unfall und Probleme, aus einer schwierigen Situation rauskommst!

8. Wanderstrategie: Apps und Handy

Apps und Handy auf dem Jura-HöhenwegMein Handy habe ich dabei für den Notfall. Warum wird dir weiter unten klar.

Als App reichen mir die Wetter App von Meteo Schweiz, weil sie mich über die aktuelle und künftige Wetterlage informiert. Zu meiner Sicherheit habe ich die Rega-App auf meinem Handy installiert.

Dein Handy hilft dir im Notfall – vorausgesetzt natürlich, der Akku ist voll geladen. Sonst nützt das rein gar nichts und du lässt es besser zu Hause.

Damit dir dein Handy im Notfall nützt, lade den Akku vor der Wandertour auf, halte es warm und geschützt. Das Ladekabel ist im Rucksack, wenn eine Übernachtung geplant ist.

Verlasse dich keinesfalls auf Internetempfang. Das ist völlig utopisch, absurd und unrealistisch! Aus diesem Grund ist mein Handy einzig für den Notfall dabei.

9. Wanderstrategie: Das Wetter

Wetter auf dem Jura-HöhenwegBeachte Jahreszeit und Wetter bereits vor der Wanderung sehr sorgfältig. Auf der Wanderung informiere dich im Gespräch mit Einheimischen, bei Hüttenwarten oder sonst am Übernachtungsort.

Wenn die Wolkendecke tief hängt. Sehr tief hängt. Da oben. Und du sie mit deinen Händen fassen kannst, jagt das Respekt ein. Wirst du ein erfahrener Wanderer, kannst du ruhig handeln, wenn du in eine solche Situation kommst. Und das mit den Wolken ist eine der harmloseren Situationen.

Ein Gewitter ist im Anzug. Wie verhälst du dich? Schutz in Gebäuden suchen ist wichtig. Wenn dir das nicht zur Verfügung steht, suche dir eine Vertiefung in der Natur, wo du dich hockend vor Blitzen schützen kannst. Blitze schlagen in der Regel auf der höchsten Ebene ein. Deshalb vermeide Erhebungen und allein stehende Bäume bei Gewitter unbedingt oder entferne dich frühzeitig davon. Informiere dich gut.

Selbstüberschätzung und mangelndes Können sind oft Ursachen von Schwierigkeiten. Oft macht einem alpines Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Wettervorhersagen sind schwierig und stimmen aufgrund der Topografie eben auch nicht immer. Wenn es also am Morgen zuhause schön sein kann, ist die Lage vielleicht schon ganz anders, wenn du am Ausgangsort angekommen bist. Und dann ist es wichtig, dass du auch abbrechen kannst. Zu deiner eigenen Sicherheit.

Sonnenschutz ist ein wichtiges Thema! Schatten spendende Kopfbedeckung und Sonnencrème mit sehr hohem Schutzfaktor sowie eine Sonnenbrille, welche deine Augen sehr gut schützt sind Bedingung.

10. Wanderstrategie: Deine Sinne

Die Sinne auf dem Jura-HöhenwegInternetempfang hast du unterwegs keinen. Das hast du schon gelesen. Dein wirklicher und wichtigster Empfang sind deine Sinne!

Beispiel: Du hast folgende Situation: Die Wandertafel zeigt in eine Richtung, die nicht existiert.

Was tust du jetzt?

Da hilft in der Regel nur noch Spurenlesen!

Wie schaust du die Landschaft an?

Was ist da? Was hörst du? Etc….

Was zeigt dir der Ort, wo du gerade bist?

Da wo die Landschaft, die Weide, der Boden am meisten niedergetrampelt ist, oder du irgendwie frische Schuhspuren entdeckst, kann der Weg sein.

Lernst du das nicht, kannst du in grosse Schwierigkeiten geraten.

Bevor du losziehst, solltest du DAS wirklich erst lernen.

Wie ich es mache?

In vielen solchen Situationen warte ich und schaue. Schaue mir an, was da ist. Da stehen und schauen. Es ist ein Schauen, das du auch beim Sudoku brauchst…..;-)

Auf einmal sehe ich dann die bereits verwitterte gelbe Rhombe an einem Baum. Ein paar frische Schuhspuren. Ein Weg tut sich zwischen Bäumen oder Sträuchern auf, der in eine etwas andere Richtung geht, als die Wandertafel signalisiert, und den ich vorher nicht gesehen habe.

Das Wandernetz in der Schweiz ist gut signalisiert. Der Jura-Höhenweg sowieso. Trotzdem kommst du in Situationen, wo beispielsweise die Signalstange von Wind und Wetter umgehauen wurde und du vollkommen auf dich selbst angewiesen bist.

Bei der Wegmarkierung sind Menschen am Werk. Es mag sein, dass der eine vielleicht die Richtung etwas anders sieht als der andere. Könnte ja sein – die Augen – geht mir durch den Kopf.

Die Fähigkeit, selber für dich zu schauen und deiner Intuition, deinen eigenen Sinnen voll vertrauen zu können, sichert dir das Gelingen eines Projekts wie dem des Jura-Höhenweges.

Deine Sinne sind deine sicherste Orientierung und haben oberste Priorität. Die sind immer da und auf die sollst du dich verlassen können. Jederzeit!

Du weisst nicht, was ich mit meinen Sinnen meine?

Sehen – Hören – Tasten – Riechen – Schmecken!

Etwas ganz besonders Wichtiges in dieser Hinsicht ist die Zeiteinteilung.

Bist du zu Fuss unterwegs, gelten andere Regeln. Es herrschen ganz andere Rahmenbedingungen, als die im Alltag gewohnten. Du musst dir wirklich bewusst sein und akzeptieren, dass du zu Fuss unterwegs bist. Musst du aus irgendeinem Grund eine Stunde länger wandern als geplant oder vorausgesehen, dann geht es eine Stunde länger, ob du magst oder nicht. Du kannst nicht einfach ins Auto steigen oder in den nächsten Bus. Du kannst nicht einfach jemanden anrufen, der dich an der nächsten Ecke abholt. Es gibt sowieso keinen Empfang in den Bergen. Verirrst du dich und merkst es zu spät, verlierst du schnell einmal zwei Stunden und mehr.

Du gehst zu Fuss. Du bist in den Bergen unterwegs. Pro Stunde und Durchschnitt 3,5 km schnell! Es ist besser, du weisst das.

11. Wanderstrategie: Das Kartenlesen

Karten lesen auf dem Jura-HöhenwegDamit du jederzeit weisst, wo du dich befindest, sollte die aktuelle Wanderkarte in Papierform auch im digitalen Zeitalter deine hilfreiche und zuverlässige Begleiterin sein.

Es ist eine grosse Voraussetzung, dass du Karten lesen kannst.

Auch wenn ich GPS-Daten meiner Karte erfolgreich auf mein Handy laden und es sogar funktionieren würde – mir persönlich wäre der zur Verfügung stehende Ausschnitt einer Karte auf dem Handy viel zu klein.

Ich gestehe ganz offen, ich wollte keineswegs mit einem Handy oder Tablet in der Hand in den Bergen rumrennen wie ich das allzu oft beobachte und dann einfach lachen muss, weil es nichts nützt.

Kein Internetempfang.

Das ist für mich die absurdeste Idee überhaupt!

Eine richtige Karte hilft dir, dich sicher und problemlos zu orientieren, wenn du in einem dir unbekannten Terrain unterwegs bist. Die Karte hilft dir und du solltest sie lesen können.

Ich verlasse mich auf meine Karten. Ich kann dir sagen, schon manch einer und eine waren froh um meine Hilfe mit der Karte…

12. Wanderstrategie: Die persönliche Kondition

Kondition für den JurahöhenwegWie bereitest du dich körperlich auf dein Wanderprojekt vor?

Gar nicht? Du wirst deine Gründe dazu haben. Doch DAS empfehle ich keineswegs.

Was sollst du tun?

  • Joggen?
  • Rad fahren?
  • Krafttraining?
  • Spazieren?
  • Marathon laufen?

Alles ist möglich und tu das, was dir Spass macht. Doch etwas Wichtiges sollst du wissen: Bereite dich so vor, dass deine Muskeln entspannt bleiben.

Exzessives, leistungsorientiertes und übertriebenes Muskeltraining verhärten deine Muskeln und damit kommst du nicht weit beim Wandern.

Harte, verspannte Muskeln sind keine starken Muskeln! Nur entspannte Muskeln kannst du voll belasten und wieder voll entspannen. Glaube mir, ich bin Körpertherapeutin und erlebe diesbezüglich so manch einen harten Muskel in meiner Praxis, der die Lebenskraft blockiert und der Klient wusste nichts davon…

Wie ich es mache?

Ich habe meinen Mix aus täglicher Bewegung wie Spazieren, Gehen, Wandern (!), Velofahren und Polarity Yoga, von dem ich je nach Lust und Zeit auswähle und kombiniere. Das Programm passe ich der Jahreszeit an. Im Frühling fange ich frühzeitig an mit Bergwandern: Halbtagestouren, die ich kontinuierlich steigere. Auf die Etappen bereite ich mich vor mit Polarity Yoga. Die Übungen helfen mir wenn nötig unterwegs, abends zum Entspannen und morgens zum Aufwärmen.

Es reicht!

Manchmal ist weniger eben mehr!

Wandern bis in alle Ewigkeit!

Jetzt kennst du die 12 zeitlosen Wanderstrategien, die niemals aussterben werden.

Vielleicht passt du sie ja auf deine Bedürfnisse an.

Aber wenn du diese Strategien verstanden hast, wirst du deine Wanderungen auf jeden Fall geniessen können.

Und das wünsche ich dir: dass du zu Fuss gehen und wandern kannst, solange du willst.

Herzlich, Gertrud Keller

PS: Bei welcher dieser Strategien hast du Schwierigkeiten? Poste es in den Kommentaren. Bestimmt kann ich helfen 😉

Endlich ernsthaft zu Fuss gehen

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