Auf den Spuren des Grenchner Bären

Wandflue, Grenchenberge, Solothurner JuraDer 1. August naht. Letztes Jahr war „Brunch auf dem Bauernhof“ am Jurasüdfuss an der Reihe. Was DAS mit dem Grenchner Bären zu tun hat – erfährst du in diesem Artikel.

Den Ausflug auf den Bauernhof vor einem Jahr verbanden wir mit einer Velotour. Die war ganz klar schön, der Brunch auf dem Bauernhof sehr gut – reichhaltiges Buffetangebot: selbst gebacken, gekocht, produziert etc..

Was unserem Lifestyle aber keineswegs entsprach – die Massenabfertigung!

Die Bauernfamilie rannte hin und her, füllte auf, schöpfte, verkaufte… Ihr Recht – der Brunch war wirklich gut besucht!

Die 1. August-Brunchs auf den Bauernhöfen haben sich in den letzten Jahren wohl dahin entwickelt!

Es ist nicht unser Ding!

Diese Erfahrung wollen wir nicht wiederholen!

Wir bleiben auch dieses Jahr in der Region, den freien Tag geniessen und 1. August feiern soll wieder mehr unser Ding sein.

Zmorgebuffet auf dem Bettlachberg. Jetzt erinnere ich mich daran. Vor ein paar Wochen schon habe ich die Anzeige gesehen.

Die Idee gefällt uns, wir lassen uns ein paar Tage zuvor einen Tisch reservieren und erfahren, wir seien die ersten… Die meisten Menschen sind anderweitig orientiert – gut für uns.

Wir planen eine Rundwanderung mit Frühstück!

Auf den Spuren desGrenchner Bären
Bettlachberg in Sicht…

Die Wanderung vom Ausgangsort Selzach hoch zum Bettlachberg dauert rund zwei Stunden und bei unserer Ankunft erleben wir, es gibt einige weitere Gäste, die den gleichen Gedanken hatten wie wir. Da gibt es auch den Tisch voller jungen Leute, vergnügt beim Frühstück. Sie kommen vom Bettlachstock her, wo sie unter freiem Himmel übernachteten.

Schön für Ellen und Beat, die mit viel Herz das Bergrestaurant führen.

Herzlicher, persönlicher Empfang und wir werden verwöhnt. Bei sonnigem Wetter und bereits sehr warmen Temparaturen geniessen wir unseren Brunch auf der Terrasse des Restaurants.

Ruhig, stressfrei, so ganz unser Stil eben.

Auf den Spuren des Grenchner BärenGut gestärkt verlassen wir das Restaurant später in Richtung Oberes Brüggli. Erst den steileren Anstieg hoch bis zur Kreuzung, wo das Engloch zu den Grenchenberge führt und wir in Richtung Oberes Brüggli abbiegen. Bald wandern wir in schattengebendem, kühlem Wald.

Was für ein Paradies vor der Haustür!

Die Fernsicht ist getrübt, trotzdem wunderbar. Den Gurten bei Bern können wir trotz Dunst erkennen wie auch viele der Dörfer unten in der Aareebene. Es ist eine meiner „Hauswanderungen“ und jedes Mal wird mir auch bewusst, in was für einem Kräutergarten wir hier leben. Schritt auf Tritt treffen wir auf uns bekannte und weniger bekannte Wildkräuter. Und Brunnen! Ja – es gibt Viehweiden auf dieser Höhe.

An diesen Brunnen ist interessanterweise keine Tafel „Kein Trinkwasser“ angebracht. Trotzdem würde ich aus vielen dieser Brunnen kein Wasser trinken.

Die Felsenkulissen der Wandflue und später der Küferflue von unten sind grandios.

Heute erinnere ich mich an den Tag, als ich mit meinem Partner dieselbe Wanderung in einer anderen Variation machte: Ich nahm denselben Weg unterhalb der Wandflue wie heute, mein Partner stieg das Engloch hoch, wanderte entlang der Wandflue und stieg bei der Küferflue wieder runter zum Oberen Brüggli, wo wir uns wieder trafen.

Auf den Spuren des Grenchner Bären
Bergminze

Da gab es diese Stellen, wo wir uns sehen konnten, uns zuwinkten und –juchzten.

Probiere es selber mal aus, das ist lustig und macht Spass!

Heute sind wir unterhalb der Wandflue unterwegs, auf dem Weg, der uns zum Bärenwäldli führt.

Bärenwäldli?

Bären?

Woher kommt dieser Name?

Wo sind die Bären?

Die Geschichte ist die:

Auf dn Spuren des Grenchner Bären
Eingang Bärenwäldli

Noch vor 250 Jahren konnte man offensichtlich die Aussicht auf die Alpen und die Aareebene nicht so geniessen wie wir das heute tun. Da war der Braunbär im Wald oberhalb Grenchen daheim. Schliesslich sei es ein Bettlacher Holzfäller gewesen, der Ende Oktober 1754 den letzten Bären im Kanton Solothurn erlegt habe, indem er sich der Legende nach mit ihm die Wandflue herunter stürzte.

Am Fusse des Felsens sei der Bär tot liegen geblieben, auf ihm ohnmächtig der geschwächte aber lebendige Mann.

Diese Geschichte schrieb der Berner Professor Emanuel Friedrich Zehnder 1838 nieder. Im „Heimatbuch Grenchen“ steht dazu: „Durch den Todessturz des Zotteltieres war in unserer Gegend die Bärengefahr definitiv beseitigt.“

Interessanterweise werde ich dieser Bärengeschichte auf dem Jurahöhenweg wieder begegnen!

Majoran

Und – keine Angst: vor Bären brauchen wir uns heute ganz sicher nicht zu fürchten. Die Geschichte wird aber wieder lebendig auf diesem Weg.

Das Bärenwäldli. Oberhalb des Restaurants Oberes Brüggli.

Fiel der letzte Bär genau in dieses Waldstück?

Der Einstieg in das Waldstück ist sehr steil. Es braucht meine ganze Konzentration. Ich kann mir sehr gut vorstellen, würde dabei etwas von der linken oder rechten Seite auf den Weg und in mein Blickfeld springen, ich könnte es durchaus auch heute noch für einen Bären durchgehen lassen – vor lauter Schreck!

Auf den Spuren des Grenchner Bären...
Bärenwäldli – Ausgang

Wir verlassen das Bärenwäldli und schon sind wir beim Oberen Brüggli angelangt, wo wir auf die geteerte Strasse einbiegen. Wir wandern bergab bis zur Stelle, wo wir links wieder runter in die Weiden und Wälder eintauchen, denn – Wandern auf geteerten Strassen – nein danke!

Entlang des Brügglibachs führt uns der Weg schliesslich wieder aus dem Wald und zurück an unseren Ausgangsort.

Ein gelungener 1. August, den wir später gebührend abschliessen: wir haben teil am Höhenfeuer. Es ist genug.

Während andere Besucher ihr mitgebrachtes Feuerwerk in die Luft jagen und die Schweiz sich im Ausnahmezustand der Knallerei befindet, spazieren wir zufrieden und müde nach Hause.

Wanderzeit: 5 Stunden
Aussichtspunkt: Bettlachberg, unterwegs
Verpflegung: Bergrestaurant Bettlachberg, Restaurant Oberes Brüggli.

Zuhause am Jurasüdfuss.

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Autor: Gertrud

Ich schreibe über GESUNDHEIT & SELBSTENTWICKLUNG für ein Leben nach Erschöpfung und Burnout. Ich schreibe über GESUND WERDEN - GESUND BLEIBEN und wie das geht. Ich schreibe über JURASÜDFUSS & JURA für Menschen mit Fussgängervirus oder solche, die es entdecken wollen.

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